Maßnahmeformat

 

Anliegen des Projektes „Von uns – für uns! Die Museen unserer Stadt entdeckt.“ ist es, Kinder und Jugendliche umfassend in ihrer Entwicklung zu stärken, in dem ihr Wissen, ihre Kompetenzen und ihre Werte weiterentwickelt werden.

Basierend auf den Strategien der Peer-Education eignen sich die Teilnehmer – sogenannte Peer-Teamer – aktive Sach- und Vermittlungskompetenzen an, die ihnen über das Projekt hinaus übertragbare Fähigkeiten zur aktiven Wissensaneignung, Wissensvermittlung und gesellschaftlichen Teilhabe bieten. Dadurch erschließen sie sich selbst nicht nur das spannende Thema Museum, sondern sind in der Lage, die sie umgebende kulturelle Vielfalt wahrzunehmen und wertzuschätzen. Das Erlernte und Erlebte geben Sie an gleichaltrige (Peers) weiter.

Begleitet werden sie bei diesem Prozess durch Fachkräfte aus dem Museums- und Sozialbereich. Die Gestaltung des Lernprozesses und die Umsetzung der Vermittlungsidee können je nach Neigungen und Ideen der Teilnehmer individuell erfolgen. Insgesamt birgt das Thema Lernen mit und von Gleichaltrigen im Museum viel Spaß.

 

Eine Maßnahme = Fünf Schritte

Das Maßnahmeformat des Deutschen Museumsbundes gliedert sich in fünf Schritte. Die Gesamtmaßnahme kann nur beantragt werden, wenn alle fünf Schritte durchgeführt werden.

Es gibt keine festen Vorgaben für die Dauer einer Maßnahme. Diese hängt von der jeweiligen Umsetzung ab: es kann sich um einen Workshop in der Ferienzeit oder um eine längerfristige, wöchentlich stattfindende Veranstaltung handeln. Erfahrungswerte aus vorangegangenen Maßnahmen bewegen sich zwischen 3 bis 8 Monaten.

Schritt 1: museumspädagogischer Outreach / Gewinnung der Peer-Teamer

 

Im ersten Schritt treffen sich die drei Bündnispartner – Museum plus mindestens zwei sozialräumliche Bündnispartner – und bereiten die Erstansprache von Kindern und Jugendlichen vor, die als Peer-Teamer für das Projekt gewonnen werden sollen.
Beim Outreach handelt es sich um museumspädagogische Angebote, die außerhalb des Museums durchgeführt werden, bestenfalls an einem Ort, an dem die Kinder und Jugendlichen vermehrt anzutreffen sind (z.B. Jugendzentrum, Kunstschule, Mädchentreff etc.). Hier kann beispielsweise der sogenannte Museumskoffer verwendet werden, der mit Museumsobjekten bestückt ist und durch die geeignete Vermittlung eine erste Annäherung an das Thema Museum ermöglicht. Diese Ansprache wird durch Museumsmitarbeiter, Multiplikatoren oder Ehrenamtliche gestaltet.

Die sozialräumlichen Bündnispartner kennen die lokalen Gegebenheiten sehr gut und stellen sicher, dass über eine geeignete Ortswahl vorrangig die beabsichtigte Zielgruppe angesprochen wird.

Ziel: Ansprache und Gewinnung von mindestens FÜNF Kindern und Jugendlichen, die im nächsten Schritt zu Peer-Teamern ausgebildet werden. (Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, am Anfang mehr als fünf Peer-Teamer zu gewinnen.)

Schritt 2: museale und mediale Qualifikation der Peer-Teamer

 

In zweiten Schritt durchlaufen die fünf Kinder und Jugendliche ein Ausbildungs-programm zum Peer-Teamer, in dem museale Inhalte vermittelt sowie mediale und soziale Kompetenzen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen gestärkt werden sollen. Die Teilnehmer können so ihr Wissens- und Kompetenzspektrum erweitern, gleichzeitig werden sie aber auch auf ihre Rolle als Vermittler von Museumsinhalten an Gleichaltrige und Jüngere vorbereitet.

Schritt 2 gliedert sich in einen einführenden Auftakt-Workshop zum Kennenlernen und in je einen fachlichen Workshop zu musealen und medialen Themen. Bei der Umsetzung dieser Workshops sind keine Grenzen gesetzt. Im Museum können das Gebäude, die Objekte kennengelernt werden, es kann mit Kurator, Direktoren, Haustechnikern, Museumsshop-Mitarbeitern und Archivaren gesprochen werden. Techniken können in Praxisworkshops nachgearbeitet werden. Bei der medialen Qualifikation kann es sich um Kamera- und Fotokurse handeln, jedoch auch um Sprach- und Körperhaltungstrainings. Beide Workshops haben je etwa einen Umfang von 12 Stunden, demnach werden zusammen etwa 24 Stunden fachliche Qualifikation angeboten. Wie diese Stunden zeitlich verteilt werden, bleibt Ihnen überlassen.

Neben dem fachlichen Angebot, können Treffen für den informellen Austausch der Peer-Teamer untereinander organisiert werden. Diese Ausbildungsphase wird maßgeblich von pädagogischen Fachkräften angeleitet und moderiert.

Ziel: museale und mediale Ausbildung der Peer-Teamer und diese für ihre Vermittlungsvorhaben auszurüsten.

Schritt 3: Museumsportrait entsteht / Peer-Teamer treffen auf Peers: Gemeinsam Museen entdecken und erleben

 

Der dritte Schritt widmet sich dem intensiven, gemeinsamen Erkunden und Kennenlernen des Museums. Die Peer-Teamer vermitteln IHREN Zugang zum Museum an andere Kinder und Jugendliche (Peers). Hierbei kann jeder Aspekt des Museums: vom Sammeln, Bewahren, Forschen, Vermitteln, über die Museumsarchitektur, Künstler, Techniken, Ausstellungen und Exponate bis hin zu Epochen thematisiert werden. Die Peers lernen an ein bis zwei Terminen aktiv das Museum kennen. Dieses Kennenlernen sollte aus einer Führung und einem Workshop bestehen und mindestens vier Stunden umfassen.
Peers können Freunde, Mitschüler, Geschwister sein. Eine gezielte Ansprache und Bewerbung ist nötig, damit bei diesem Vorhaben mindestens 40 Peers erreicht werden!
In Schritt 3 erstellen die Peer-Teamer gemeinsam mit den Peers ein Museumsportrait. Nach der gemeinsamen Führung durch die Peer-Teamer leiten die Peer-Teamer für die Peers einen Workshop zur Erstellung des Museumsportraits an, dieser umfasst vier Stunden und kann in zwei Einzeltermine aufgeteilt werden.
Dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt: es kann sich um eine Foto-Collage, Interviews für einen Audioguide oder um Szenen für einen Trick-Film handeln. Vorstellbar ist auch die Erstellung einer Museumsralley bzw. einer Museums-App. Beispiele finden Sie unter hier.
Die endgültige Erstellung des Museumsportraits kann in einer nachfolgenden Veranstaltung mit den Peer-Teamern und unter Mitwirkung interessierter Peers erfolgen.

(Beachten Sie bei der Erstellung des Museumsportraits darauf, dass Bild- und Tonrechte der Kinder eingeholt werden und benutzen Sie ausschließlich GEMA-gebührenfreie Musik!)

Schritt 4: Öffentliche Präsentation

 

Nach den Museumserkundungen mit Peers und der Erstellung der Museums-Portraits, werden die entstandenen Ergebnisse öffentlich vorgestellt. Dabei sollen möglichst alle beteiligten Kinder und Jugendlichen einbezogen werden.

Das Präsentationsformat, z.B. eine Ausstellung, Performance oder Hörbar kann ebenso wie der Ort, z.B. Museum, Aula einer Schule oder Jugendzentrum, frei gewählt werden. Wichtig ist in dieser Phase, dass die Eltern der Kinder und Jugendlichen angesprochen werden und ein breites Publikum mit einbezogen wird. Dadurch soll die Selbstwirksamkeit der Kinder und Jugendlichen gestärkt werden und die gebührende Anerkennung ihres Schaffens erfolgen.

Ziel: Sichtbarmachung des Projekts nach außen. Anerkennung der geleisteten Arbeit der Peer-Teamer!

Schritt 5: Auswertung

 

Der fünfte und abschließende Schritt dient der Auswertung und Sicherung der Projektergebnisse sowohl auf individueller Ebene als auch auf der Gruppenebene. Teilnehmer sind Peer-Teamer und Fachkräfte sowie Vertreter der Kooperations-partner gleichermaßen. Bestandteil des fünften Schrittes ist neben der Auswertung auch die Veröffentlichung des Museums-Portraits auf der Internetseite oder in anderen Medien. (Museumsportrait wird dem Deutschen Museumsbund zur Veröffentlichung auf www.museum-macht-stark.de zugeschickt/zur Verfügung gestellt.)

Zur nachhaltigen Sichtbarmachung der Ergebnisse erfolgt eine Verschriftlichung des Projektverlaufs, als „Projektstimme" durch das lokale Bündnis, worin die Einschätzung des Maßnahmeverlaufs und der jeweiligen Workshops zusammenfasst werden. Die Ergebnisse dieser abschließenden Phase können als Grundlage für Folgevorhaben und als Orientierungshilfe für andere lokale Bündnisse dienen.

Ziel: Auswertung und Rekapitulation der Maßnahme.

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Workshop: Überregionaler Austausch und Präsentation (verpflichtend)

Der überregionale Workshop – organisiert vom Deutschen Museumsbund – ist fester Bestandteil der Maßnahme und dient als interne Fortbildung und Austauschplattform für alle Projektdurchführenden. Reise- und Unterkunftsausgaben werden erstattet. Der jährlich stattfindende Workshop dauert ca. eineinhalb Tage und dient dem Wissenstransfer innerhalb aller Bündnisse. Hier können Erfahrungen der lokalen Akteure ausgewertet werden und Beispiele guter Praxis in die Museumslandschaft zurückgespiegelt werden. Gleichzeitig ist damit die Vernetzung der geförderten Bündnispartner auf Bundesebene verbunden.

Schulung: Einführung in das Projektcontrolling (freiwillig)

Der überregionale Workshop zur Einführung in das Projektcontrolling dient der Sicherung der finanziellen Abläufe während der Maßnahmedurchführung. Vorrangig ist er jedoch als Hilfestellung für die lokalen Bündnisse bei der korrekten Abrechnung der Finanzmittel gedacht. Die Teilnahme ist freiwillig, wird jedoch empfohlen.

 

Weltkulturen Museum Frankfurt am Main (Hessen) (Folgeantrag)

Jugendliche aus Sindlingen und Umgebung zwischen 11 und 15 Jahren werden im Rahmen von "Stoff-Wechsel. Mode und Papier" in die institutionellen Gewebe des Frankfurter Weltkulturen Museums eintauchenund selbst Mode aus Papier schöpfen.

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Altes Kochbuch

 

Museum Lichtenberg im Stadthaus (Berlin )

Kinder und Jugendliche aus Lichtenberg werden zu Entdeckern: Was haben die Menschen vor hundertJahren hier gegessen? Schmecken die Gerichte heute noch? Konnten alle essen, was sie wollten? Gab esgenug für alle? Wie bereitet man überhaupt eine gute Speise zu?

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ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Baden-Württemberg) (Folgeantrag)

Wer anders schaut gewinnt! Und zwar neue Sichtweisen!

Kopf Übeɹ ist für alle Großraumdenker, Freiraumjunkies, Platzhalter und Um-die-Ecke-Gucker und lädt ein zum kritischen Besuch in die "gute Museums-Stube".

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